Boiler entkalken: wann es nötig ist, wer zahlt und worauf Sie achten
Kalk entsteht aus gelösten Calcium- und Magnesiumionen im Wasser und setzt sich unter anderem in Haushaltsgeräten ab. Wann ein Warmwasserboiler entkalkt werden sollte, hängt von Wasserhärte und Gerät ab. Herstellerangaben, Boilertemperatur und die Vereinbarungen in einer Mietwohnung sind für die Planung wichtig.
Wie oft entkalken? Wasserhärte und Herstellerangaben
Die Wasserhärte wird in der Schweiz in französischen Härtegraden, kurz °fH, angegeben. Das Kantonale Labor Zürich unterscheidet:
- weich: unter 15 °fH
- mittelhart: 15–25 °fH
- ziemlich hart: 25–31 °fH
- hart: 32–42 °fH
- sehr hart: über 42 °fH
Ihre Wasserversorgung informiert regelmässig über die Wasserhärte. Laut Kanton Zürich hilft diese Information unter anderem, Entkalkungsintervalle für Haushaltsgeräte zu bestimmen.
Für das konkrete Gerät sind die Bedienungsanleitung des Herstellers und die örtliche Wasserhärte massgeblich. Ein allgemeingültiges Intervall für jeden Boiler lässt sich aus diesen amtlichen Angaben nicht ableiten.
Wie die Wasserhärte entsteht, erklärt das Kantonale Labor Zürich: Wasserhärte.
Boilertemperatur: Kalk und Hygiene
Legionellen siedeln sich laut Kanton Zug bevorzugt in Warmwasserleitungssystemen bei 25–45 °C an. Über zerstäubte Wassertröpfchen, etwa beim Duschen, können sie in die Atemwege gelangen.
Der Kanton empfiehlt mindestens 60 °C bei der Wassererwärmung im Boiler und mindestens 50 °C an den Entnahmestellen. Werden diese Temperaturen nicht erreicht, empfiehlt er eine periodische Erwärmung auf 60 °C, vorzugsweise einmal täglich.
Senken Sie die Temperatur nicht allein wegen des Kalks oder zum Energiesparen unter diese Werte, ohne dies mit einer Fachperson zu klären.
Die Empfehlungen stehen beim Kanton Zug: Legionellen.
Mietwohnung: Wer bezahlt die Boilerentkalkung?
Die Vermieterschaft muss die Mietsache nach Art. 256 OR in einem zum vorausgesetzten Gebrauch tauglichen Zustand übergeben und darin erhalten. Nebenkosten muss die Mieterschaft nach Art. 257a OR nur bezahlen, wenn sie besonders vereinbart wurden.
Für zentrale Warmwasseraufbereitungsanlagen zählt die Mietverordnung die tatsächlichen, direkt mit dem Betrieb verbundenen Entkalkungsaufwendungen zu den anrechenbaren Heizungs- und Warmwasserkosten. Das umfasst die Warmwasseranlage, Boiler und das Leitungsnetz. Aufwendungen für Reparatur und Erneuerung sind dagegen nicht anrechenbar.
Für einen einzelnen Boiler in der Wohnung enthält die Verordnung keine eigene Regel. Prüfen Sie deshalb Mietvertrag und Nebenkostenabrechnung und sprechen Sie vor einem eigenen Auftrag mit der Vermieterschaft.
Die Aufzählung steht in der Mietverordnung VMWG (Art. 5 und 6).
Selbst entkalken oder Fachbetrieb?
Boiler hängen am Wassernetz und meist auch am Strom. Massgeblich für Arbeiten am Gerät sind die Herstellerangaben. In einer Mietwohnung ist ein eigener Auftrag vorab mit der Vermieterschaft abzusprechen.
Was eine Offerte für die Boilerentkalkung enthalten sollte
Wenn Sie den Boiler entkalken lassen möchten, helfen folgende Angaben und vereinbarte Leistungen beim Vergleich:
- Boilertyp beziehungsweise Hersteller und Inhalt in Litern
- Baujahr und Standort
- Wasserhärte, falls bekannt
- genauer Leistungsumfang
- ob und welche Teile kontrolliert oder ersetzt werden
- Anfahrt
- wie lange kein Warmwasser verfügbar ist
- Pauschalpreis oder Abrechnung nach Aufwand
Über Top-Offerten können Sie Sanitärfirmen für die Boilerentkalkung anfragen und mehrere Offerten mit gleichem Umfang vergleichen.
Häufige Fragen zum Boiler entkalken
Wie oft sollte man einen Boiler entkalken?
Das hängt von der Wasserhärte und den Angaben des Geräteherstellers ab. Ein fester Wert für sämtliche Boiler lässt sich aus den genannten amtlichen Angaben nicht ableiten.
Wer bezahlt die Boilerentkalkung in einer Mietwohnung?
Bei einer zentralen Warmwasseranlage können Entkalkungsaufwendungen bei besonders vereinbarten Nebenkosten angerechnet werden. Für den einzelnen Boiler in der Wohnung sind Vertrag und Absprache mit der Vermieterschaft zu prüfen.
Welche Temperatur sollte der Boiler haben?
Der Kanton Zug empfiehlt mindestens 60 °C im Boiler und mindestens 50 °C an den Entnahmestellen. Werden diese Werte nicht erreicht, empfiehlt er eine periodische Erwärmung auf 60 °C.
Kann ich meinen Boiler selbst entkalken?
Richten Sie sich nach den Herstellerangaben. In einer Mietwohnung ist das Vorgehen vorher mit der Vermieterschaft abzusprechen.
Was kostet eine Boilerentkalkung?
Boilergrösse, Zustand, Leistungsumfang und Anfahrt beeinflussen den Preis; verbindlich ist die Offerte. Mehrere Offerten mit gleichem Umfang ermöglichen einen Vergleich.